Wollen und Sein
Eines Tages, ich war vielleicht 23 oder 24 Jahre alt, lief ich mit meinem Freund durch eine wunderschöne Altstadt in Südfrankreich. Wir besichtigten die Stadtmauer und gingen in jedes der kleinen Gebäude, die zur Besichtigung offen standen.
Es war sehr heiß an diesem Tag, vielleicht 38°C, das Meer war zu weit weg, um uns eine frische Brise zu schenken. Die Luft war stickig und staubig-trocken, unser Auto stand vor den Stadtmauern und ich wurde von Haus zu Haus mürrischer. Meine Füße taten weh, mich interessierten die alten Gemäuer gar nicht besonders und durstig war ich auch. Außerdem hätte ich lieber am Starnd gelegen, eigentlich wäre ich viel lieber nach Skandinavien oder Kanada in eine Blockhütte gereist, aber Sven hatte sich durchgesetzt. Er setzte sich häufig durch und schon allein diese Tatsache machte mich an diesem Tag wütend. Normalerweise mochte ich es an ihm, dass er wußte, was er wollte und das auch durchsetzen konnte, aber manchmal ging es mir gegen den Strich und an diesem Tag war es so. Ich fing wieder an, ihm Vorwürfe wegen diesem Urlaub zu machen, den ich hatte gar nicht haben wollen und wegen dieser blöden Besichtigung von staubigen Ruinen, die mich nur schmutzig machten und keinerlei weitere Reaktion in mir hervorriefen.
Sven blieb sehr ruhig, er lächelte mich an und zeigte mir, wie schön so manche Aussicht war, er versuchte mich für den romantischen Charme dieses Ortes zu begeistern, zeigte mir wild wachsenden Ginster, der zwischen den teilweise nur einstöckigen, Häusern aus ehemals weißem Gestein und auf den Wiesen wuchs und steckte mir eine Blume ins Haar.
Mich machte das erst richtig wütend, ich fühlte mich nicht ernst genommen und schmiss die Blume weg, mit der Bemerkung, dass ich nun bestimmt Ameisen auf dem Kopf hätte, so eklig verdreckt wie diese Umgebung war, konnte ich sie fast spüren, und ich schüttelte mein Haar aus. Sven war das nicht entgangen und mir entging nicht, dass auch er langsam wütend wurde.
Mürrisch und schweigend setzten wir unsere Besichtigung fort. Als wir dann endlich auf dem Weg zum Parkplatz waren, fragte mich Sven, ob wir uns nun den Rest des Tages anschweigen wollten, oder ob wir nicht lieber noch einen leichte Weißweinschorle in der Taverne am Eingang des Dorfes zu uns nehmen wollten. Er sagte, er wolle Leib und Gemüt erfrischen, zog mich zu sich heran und gab mir einen Kuss.
Aber ich war mit dem Thema noch nicht durch. Ich war in unserer Schweigeminute so wütend geworden, dass ich ihm ständig alles durchgehen ließ, dass er sich immer durchsetzte und ich mir vorkam, wie jemand, den man mitnimmt, aber nicht nach Wohl und Wehe fragt, dass ich diesen Kuss nicht erwiderte, sondern zubiss. Mit einem leisen Schmerzensschrei und sehr erstaunt wich er zwei Schritte zurück, fasste sich an die Lippe und bemerkte, dass einige Tropfen Blut auf seinem Handrücken zu sehen waren.
Ich sah ihn an und sagte ihm, dass ich heute noch abreisen würde. Sollte er doch seinen blöden Südfrankreich-Urlaub ohne Wald, ohne See und ohne Sauna alleine beenden. Ich drehte mich um und lief weiter in RIchtung Parkplatz, ohne zu sehen, ob er mir folgen würde oder nicht. Mir war es auch egal, ob er nun erst einmal allein etwas trinken ginge, um sich zu beruhigen, ich wusste, dass er ja irgendwann zum Parkplatz würde kommen müssen. Nach wenigen Metern hatte er mich eingeholt und packte mich am linken Handgelenk.
Ich sah zu ihm auf – er war fast einen ganzen Kopf größer als ich – und konnte seinem Blick zum ersten Mal in drei Jahren Beziehung nicht stand halten. Ich bemerkte, wie ich errötete und senkte den Blick zum Boden, was mich in diesem Moment noch wütender machte, also schaute ich ihn wieder an, diesmal trotzig. Ich erwartete, dass er er mit mir reden würde, mir sagen, wie verletzt er sei, wie sehr ich überreagieren würde und dass alles nicht so schlimm sei. Innerlich nahm ich mir vor, die Weißweinschorle doch zu akzeptieren und irgendwie war mir ja auch bewusst, dass dieser Streit eigentlich meine schlechte Laune war.
Ich sah ihn an und sah einen Blick, den ich noch nie an ihm gesehen hatte. Er sah mir fest und ruhig in die Augen. Ich konnte seine Gedanken nicht erkennen und irgendwie entstand in mir ein etwas ängstliches Gefühl. Ich fing an, zaghaft zu lächeln, aber ich traute mich nicht, etwas zu sagen, ein wenig Angst, dass er mich nun verlassen würde, kam in mir auf.
„Anneli“, begann er sehr leise, langsam und ruhig „Anneli, ich kann und ich werde Dir das diesmal nicht durchgehen lassen.“ „Mir doch egal!“ schmetterte ich zurück, riß mich los und wollte weiter zum Auto, diesmal mit Tränen in den Augen, doch seine Hand war schneller wieder um mein Handgelenk, als ich es erwartet hatte. „Anneli“, seine Stimme war leise gesenkt und erinnerte mich für einen Moment an jemanden, der sich nur mit Mühe beherrschen konnte. „Du hast mich nicht verstanden, Anneli. Ich werde Dich jetzt und hier für Dein Benehmen bestrafen.“ Ich fing an leise zu kichern, allerdings mehr aus Verlegenheit und Angst, als aus Hohn und Spott. Er sah mich einen Moment lang an und mein Kichern erstickte. Ich fühlte mein Herz rasen, versuchte mich von ihm los zu reißen und wollte weg rennen. Doch er hielt mich fest. „Nein, Anneli. Diesmal nicht.“ sagte er leise. „Den gesamten Urlaub bis jetzt warst Du bockig und trotzig, bist nicht mit ins Meer gegangen, hast keinen Ausflug mitmachen wollen und warst unausstehlich. So kenne ich Dich nicht und ganz ehrlich, so mag ich Dich auch nicht haben. Und jetzt, meine Liebe, werde ich etwas tun, das schon lange fällig war.“
Mit diesen Worten schloss er seine Rede, drehte sich um und zog mich hinter sich her zum Auto. Immer wieder richtete ich das Wort an ihn, was das Getue denn solle, fragte ich ihn, dass er mir Angst mache und außerdem am Handgelenk weh täte, dass er mich los lassen solle, dass ich es nicht so gemeint habe, dass wir uns doch wieder vertragen könnten. Weder blieb er stehen, noch antwortete er auf einen meiner Sätze und langsam bekam ich ehrlich Angst. Wir kamen am Auto an, er machte die Beifahrertür auf, setzte mich wortlos rein, schloss die Tür von aussen und ging zur Fahrerseite. Die Fahrt zum Hotel verlief ruhig, er antwortete auf nichts, nicht einmal, als ich ihm anbot, noch etwas trinken zu gehen, bevor wir nach Hause fuhren. Ich entschuldigte mich bestimmt 20 mal bei ihm, sagte ihm, dass ich ihn liebe gar nicht heim fahren möchte – er schwieg. Als wir im Hotel angekommen waren, stieg ich aus und bevor ich einen Schritt machen konnte, stand er neben mir und hatte mich wieder am Handgelenk gepackt. Er zog mich zum Aufzug und wir fuhren gemeinsam hoch – schweigend, ich dachte, was er kann, kann ich auch und wenn er nun bockig ist und schweigt, dann sage ich eben auch nichts mehr.
Direkt vor unserem Zimmer ließ er mich los und wir traten gemeinsam ein. Ich wollte an ihm vorbei ins Bad, um mich zu duschen und diesen dummen Streit abzuwaschen, vor allem wollte ich keine Angst mehr haben und ich dachte, wenn wir uns beide etwas abregen, dann würden wir uns versöhnen.
Er ließ mich nicht an sich vorbei, sondern dirigierte mich wortlos zur Couch. Er setzte sich und ich fragte ihn, ob er nun mit mir reden wolle. „Nein“, sagte er leise, „ich habe alles gesagt, was zu sagen war.“ Mit diesen Worten zog er mich zu sich runter und legte mich bäuchlings über seinen Schoß. In dem Moment wurde mir erst klar, was er gemeint hatte und ich fing sofort an zu schreien. Er solle mich los lassen, mit diesem Unsinn aufhören, wehe, wenn er zuschlüge, ich zappelte und wehrte mich, doch er hielt mich fest mit seinem linken Arm umklammert. Mit seiner anderen Hand streifte er mir leicht das Kleid hoch, es war ein heißer Sommertag gewesen und ich hatte kaum etwas an. Auch unter dem Kleid war nichts als ein kleines Stück weißer Wäsche und diese strich er mir ebenso sanft runter. „DAS IST NICHT DEIN ERNST“ schrie ich, „hör sofort auf, mir Angst zu machen“. Einen Moment streichelte er über meinen Po. Dann sagte er: „Ich will Dir keine Angst machen, Liebes. Ich will die letzten Urlaubstage genießen.“
Mit diesen Worten schloss er seine Rede, holte aus und einen Augenblick klatschte seine flache Hand hart und fest auf mich. Er schlug sehr schnell hintereinander weg, ich hörte das laute Krachen und ich schrie und tobte aus Leibeskräften. Nach vielleicht sieben oder acht festen, klatschenden Schlägen traten Tränen in meine Augen und ich fing an, zu weinen. Ich wußte nicht, wie oft er geschlagen hatte, als ich anfing zu schreien, er möge doch aufhören, nur bitte aufhören. Für einen Moment hielt Sven inne und ich hörte mich selbst weinen. Mein Po brannte und ich konnte mich kaum bewegen, außerdem traute ich mich nicht, aufzuspringen. Ich lag über seinem Schoß und schluchzte laut, sehr stark aus Schmerz, vor allem aber vor Demütigung, wie ich mich vor ihm schämte!
Ich dachte, er würde mir jetzt aufhelfen, mir tat alles weh, mein Po fühlte sich heiß an und ich war völlig aufgelöst. Doch Sven hielt mich weiter fest. „Anneli“, sagte er ruhig, “ ich glaube, die Botschaft ist noch nicht ganz angekommen.“ Ich zitterte und bekam einen Augenblick lang kaum Luft vor Angst, was er damit sagen wollte. Ich hörte zwischen meinem Schluchzen ein ziehendes Surren und spürte dann einen Augenblick lang das kalte, weiche Leder seines Gürtels. „Nein“ entfuhr es mir, „nein, Sven, bitte … “ Weiter kam ich nicht, denn im nächsten Augenblick knallte laut hörbar sein doppelt gelegter Gürtel auf meinen bereits feuerroten Po. Ich schrie laut und schrill, bereits beim ersten Schlag, bei jedem folgenden gellte meine Stimme höher, ich kreischte und zappelte und versuchte mich zu befreien, doch Svens Griff blieb unnachgiebig. Es tat mir fürchterlich weh, ich heulte, bekam teilweise kaum Luft, die Gürtelschläge blieben fest, doch kamen nicht so schnell und hart hintereinander wie die Schläge mit der Hand. Ich zuckte und zappelte, doch irgendwann wurde ich unter den Schlägen ruhiger. Ich konnte mich nicht mehr wehren, hörte auf, zu versuchen, von seinem Schoß zu gleiten. Ich weinte und hielt mich an seinem starken, behaarten Unterschenkel fest. Irgendwie gab mir dies fest halten Sicherheit. Er nahm den Gürtel kürzer und etwa 10 noch einmal sehr feste Schläge mit dem Riemenende knallten dicht hintereinander auf meinen geschundenen Po.
Dann war es vorbei. Sven hörte auf und ließ mich einen Moment so liegen. Ich weinte verzweifelt, hielt mich an ihm fest und war nur dankbar, dass er aufgehört hatte. Nach einigen Momenten richtete er das Wort an mich. Seine Stimme klang immer noch ruhig und fest, liebevoll und bei weitem nicht mehr so streng wie vor dieser Tracht. „Anneli, ich erwarte von Dir, dass Du nie wieder meine Liebe zu Dir anzweifelst. ich erwarte von Dir, dass Du mich nie wieder so provozierst. Und ich erwarte, dass du nie wieder etwas bejahst und mitmachst, wenn Du es eigentlich nicht willst. Wir sind jetzt hier in Frankreich und ich erwarte, dass Du diese bereits gefällte und durchlebte Entscheidung nicht zur Hölle werden lässt, sondern sie mit mir gemeinsam gestaltest. Ist diese Botschaft angekommen?“ Ich konnte nicht antworten, ich weinte noch immer, doch meine Stimme versagte, weil ich wusste, dass er recht hatte und weil ich mich so sehr schämte.
Er half mir, von seinem Schoß herunter und stand mit mir auf. Er nahm mich liebevoll in den Arm, küsste meine Stirn, meine Augen, meine Nase, meinen Mund. Meine Hände hielt er fest in seinen. Er zog mich ins Schlafzimmer und legte mich aufs Bett. Ich musste erst einmal auf dem Bauch liegen, mir tat alles weh und ich brauchte die Sicherheit, mich an meinem Kissen fest zu halten. Sven ging raus und kam einige Augenblicke mit einem Glas Milch für mich wieder. Er ließ mich davon trinken, zwinkerte mir zu und sagte, Milch helfe in solchen Fällen immer. Er setzte sich zu mir aufs Bett und sah mich an, während ich mich allmählich beruhigte. Als ich aufgehört hatte, zu weinen, legte er sich neben mich und sah mich fest an. „Anneli, ich möchte noch etwas von Dir. Ich möchte, dass Du Dich für diese Strafe bei mir bedankst.“ sagte er und weder seine Stimme, noch seine Augen ließen einen Widerspruch zu. Er sah, was in mir in diesem Moment vorging, ich wollte mich nicht laut bedanken, es war mir peinlich und ich wollte mich nicht noch mehr demütigen lassen, aber ich spürte, dass ich ihm dankbar war. Dieser Zwispalt ließ mich erst einmal gar nichts sagen, meine Gedanken überschlugen sich, meine Gefühle wechselten zwischen Scham und Sicherheit, zwischen Trotz und Geborgenheit – und Sven schwieg, während sein Blick sanft, aber fest in meinen Augen ruhte. Nach einigen Minuten des Schweigens schloß ich meine Augen und dachte kurz darüber nach, was ich nun sagen wollte. Eigentlich wollte ich abreisen, nach Hause, die Beziehung beenden…. Aber nein, das wollte ich nicht wirklich. Ich öffnete meine Augen und schluckte meinen Stolz herunter. Dann sagte ich mit so fester Stimme, wie ich gerade konnte: „Sven, ich … Ich danke Dir, dass Du mich so fest bestraft hast. Ich weiß, dass ich es verdient hatte und dass es Dir wahrscheinlich nicht so leicht gefallen ist. Bitte entschuldige.“ Ich bleib bei seinem Blick und seine Augen fingen an, wie Sterne zu leuchten. Er konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, strich mir sanft über meine Haare und mein Gesicht und küsste mich auf die Stirn. „Ich bin sehr stolz auf Dich.“ sagte er, öffnete seine Arme und ich durfte ganz nah zu ihm. Wir sprachen nicht mehr an diesem Abend, irgendwann bin ich so wie ich war in seinem Arm eingeschlafen. Die kommenden Urlaubstage wurden wunderschön, wir lachten gemeinsam und erlebten viele wunderbare Momente. Über diese Tracht Prügel redeten wir im Urlaub nicht mehr. Jahre später gestand er mir, dass er damit gerechnet hatte, ich würde ihn verlassen nach diesen Schlägen, mich nicht bedanken, sondern mir Hilfe beim Portier suchen und als ich mich dann doch bedankte, er sehr erleichtert gewesen ist.
Irgendwie freute mich dies Geständnis

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