Der Marquis
Auch ich befand mich in tiefer Trauer, war der verstorbene mir doch näher als der noch lebende Oheim gewesen.
Mein Vormund war ein kalter und mit sich selbst und anderen sehr harter Mann, nie duldete er auch nur den geringsten Widerspruch, noch äußerte er je ein Gefühl und auch bei anderen hieß er es schwach, die Regung des Gemütes zu zeigen.
In weiter Ferne nahm ich das Prasseln des Regens wahr, das laut dröhnend an Dach, Wand und Fenster des Seehäuschens des Herrn klatschte, mich fröstelte in diesem alten Gemäuer und bei der Erinnerung an meinen Vormund, kein Wimpernzucken später umhüllte mich eine wärmende Decke, die der Herr mir umgelegt hatte. Er nahm mich bei den Schultern und führte mich zu einem Divan, auf den er mich setzte. In die Hand bekam ich eine Tasse Tee, die mich wärmte und deren Duft meine Sinne betörte, so dass ich mich heimelig und wohl fühlen durfte. Der Herr sprach kein Wort, ob er wohl meine Gedanken gelesen hatte? Ich nahm einen Schluck Tee und gab mich wieder meinen Gedanken hin, wusste ich in diesem Moment doch noch nicht, was ich zu tun hatte. Mein Pulsschlag ging fühlbar schnell, kaum dass ich zu Atem kam, die Schamesröte stand mir im Gesicht und meine Schläfen pochten.
Ich bekam Kopfschmerzen und sehnte mich nach meinem Bett in meinem Zimmer im Hause meines Vormund. Doch war ich mit dem Herrn geflohen, ich bin ihm hierher gefolgt, nie würde der Vormund mich wieder aufnehmen und selbst wenn seine grenzenlose Güte dahin ginge, mir noch einmal Obdach zu gewähren, so würde die Schmach, die ich zu Hause zu erdulden hatte, das, was der Herr mit mir vorhatte, bei weitem übersteigen.
Ja, ich lief fort von dem Heim, dass ich mein bisher mein zu Hause nannte und brachte damit große Schande über den Vormund, der nun beklatscht werden würde, vielleicht sein Leben lang. Doch was tun? Den Leuten kann man das Mundwerk nicht verbinden. Schon auf dem Leichenschmaus traten die Herrn und Damen der Gesellschaft zusammen, die Damen tuschelten und kicherten, die Herren sahen besorgt auf mich und meine Base, die nun wie ich eine Waise war, und steckten wieder ihre Köpfe zusammen.
Selbst die Bediensteten zeigten mit dem Finger auf uns, manche lachten und manche schüttelten besorgt den Kopf.
Wie falsch sie alle doch waren, wussten doch alle vom Faible des Vormund für junge Mädchen, nie aber würde auch nur einer es wagen, dies Faible anzusprechen, noch hatte es je ein Mensch gewagt, sich dem Vormund in den Weg zu stellen, ihn in seine Schranken zu weisen, tat er das doch nur zu gern mit uns.
Doch dann erschien ein Herr, den ich nie zuvor gesehen hatte.
Er war sehr groß und sehr kräftig von Statur, sein Haar war voll, die Schläfen bereits ergraut und um seine Augen spielten Linien, manche tiefer, manche länger als andere. Sein Mund war voll und wenn er lächelte, so sah es aus, als lächelte er aus vollem Herzen, denn mit seinem Mund lächelten seine Augen mit ihm, sein Gesicht fing an, zu leuchten.
Dieser Fremde trat auf meine Base und mich zu, küsste ihre Hand und die meine, lächelte mich an und fragte höflichst, ob er sich zu uns setzen dürfe. Wir waren an so höfliches Fragen nicht gewöhnt, auch wenn der Vormund auf Etikette größten Wert legte und diese stets eingehalten wurde. Cécilia und ich sahen uns an, ich blickte verschämt zu Boden, sie aber lud ihn ein, sich zu uns zu setzen. Cécilia war etwas jünger als ich und im Gegensatz zu mir lebte sie erst wenige Tage beim Vormund, so dass sie noch nicht wissen konnte, dass er es strikt verbot mit Herren zu sprechen, es sei denn, er habe es ausdrücklich befohlen.
Dieser Herr war anders, als die anderen, die ich kannte. Er war ruhig und rücksichtsvoll, behielt über die gesamte Dauer des Gespräches ein sanftes Lächeln auf seinen vollen, anmutig geschwungenen Lippen, hielt sich an jegliche Form der Etikette und des guten Geschmackes, seine Stimme klang offen und hell und im Gegensatz zu allen anderen Gästen sagte dieser Mann tatsächlich tröstende Worte zum Verlust meines Oheim, des Vaters von Cécilia.
Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu und die ersten Gäste gingen heim. Dieser Herr, der sich uns als der „Marquis“ vorgestellt hatte, blieb ungerührt bei uns. Selbst als das Mädchen kam und ihn fragte ob er noch einen Tee wünschte, lehnte er zwar dankend ab, wie es der gute Benimm forderte, doch blieb er bei uns sitzen, sprach von der Zeit, als der Oheim noch lebte und wie sehr er ihn geschätzt hatte und schien sich nicht weiter darum zu kümmern, dass er allmählich beim Vormund in Ungnade fiel.
Es war schon sehr spät, als der Vormund uns zu Bett schickte, wie lange der Marquis danach noch geblieben ist, kann ich nicht sagen, doch bereits am nächsten Tag zur Teestunde war der Marquis wieder bei uns.
Wie selbstverständlich saß er an unserem Damentisch und als der Vormund sich entschuldigte, um im Herrensalon zu rauchen und einen Cognac zu trinken, blieb der Marquis bei uns im Wintergarten. Wieder blieb er zum Diner und wieder schickte uns der Vormund spät zu Bett.
Fast zwei volle Wochen lang, bis nach der Beisetzung des Oheim, besuchte uns der Marquis jeden Tag, er blieb zum Tee, zum Diner und verließ das Haus erst lange nachdem meine Base und ich ins Bett gegangen waren.
Wie sehr genoss ich diese wunderschönen Wochen, ich bemerkte, dass ich mir jeden Tag helfen ließ, die Haare besonders schön zu richten, die Morgentoilette erledigte ich ganz besonders sorgfältig und auch meine Kleider wählte ich danach aus, ihm, dem Marquis zu gefallen.
Sogar die Korsage ließ ich enger schnallen, mir fiel das atmen schwer, doch für ihn, den Herrn, wollte ich so gerne eine sehr schmale Taille haben, dass ich die Atemnot mit in Kauf nahm.
Nichts hatte er von sich preis gegeben. Weder wusste ich, wer die Marquise war, noch ob er vielleicht ein Junggeselle geblieben ist. Er sagte nichts über seine Vermögensverhältnisse, ob er ein Anwesen besaß, was er studierte oder ob seine Laufbahn eine millitärische war.
Nur dass er wohl sehr weit gereist war, das sagte er offen, bis nach Indien sei er gekommen, sogar in Afrika sei er gewesen. Ich hörte ihn gerne sprechen.
An diesem gestrigen Nachmittag nun erschien er, der Herr erneut zum Tee. Es hätte sein können wie in den letzten Tagen und Wochen, doch der Vormund war übel gelaunt und Cécilia und ich litten bereits den ganzen Tag unter seiner Weise.
Als es zum Tee läutete und ich in heller Sehnsucht nach dem Herrn die Treppe hinunter sprang, versperrte der Vormund uns den Weg und schickte uns zurück ins Zimmer.
Wir sind beide traurig gewesen, doch zu Widersprechen wagten wir nicht, so gingen wir wieder nach oben. Durch einen Spalt in der Tür hörte ich Stimmen, eine recht laut und deutlich, die des Vormundes, eine ruhig und gefasst wenn auch sehr gespannt, die Stimme des Herrn. Ich erkannte sie sofort, in dem Augenblick war ich sicher, sie unter tausend Stimmen zu erkennen. Mein Herz machte einen Sprung, ich freute mich so sehr, ihn zu hören, allein zu wissen, dass er wieder zum Tee gekommen ist, machte mich glücklich, auch wenn es mir heute verwehrt bleiben sollte, ihn zu sehen. So sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte nicht ein einziges Wort verstehen, was sie sprachen.
Nach einer Weile hörte ich, dass die Haustüre ging, sie ins Schloss fallen und im Haus kehrte Ruhe ein. Ich bekam schreckliche Kopfschmerzen, schloss meine Tür und legte mich hin. Ich war sicher, dass der Herr nach dem heutigen Tage nicht mehr zum Tee kommen würde, verstohlen wischte ich mir die Tränen aus den Augen.
An diesem Abend wurde nicht mehr zum Essen geläutet, ich weiß nicht mehr wann ich einschlief, auch zu Cécilia sprach ich kein Wort mehr.
Es wurde eine sehr unruhige, traumlose Nacht, ich erwachte oft von den Kopfschmerzen und grämte mich, bis ich erneut einschlief.
Als der Morgen bereits graute, die Nachtigall aber noch ihr Lied der Liebe sang, hörte ich das klicken kleiner Kiesel, die ans Fester flogen. Zuerst glaubte ich das stete Nagen einer Maus zu hören, die sich ihren Weg in die Freiheit bahnt, dann meinte ich das klicken des Schlüssels zu meinem Zimmer zu hören, bevor ich gewahr wurde, dass jemand Steine gezielt an mein Fenster warf.
Ich stand auf und glitt auf leisen Sohlen durchs Zimmer, zum Fenster und öffnete es.
In sicherer Entfernung, aber nah genug, um Zielgenau die Kiesel zu werfen, stand eine Kutsche, der Kutscher selbst saß mit der Peitsche in der Hand auf dem Kutschbock, doch vor der Kutsche stand ein Mann, den ich nicht kannte, offensichtlich ein Lakai in voller Livree.
Als er mich sah, verneigte er sich tief.
„Mademoiselle,“ begann der Lakai zu flüstern, noch immer in gebeugter Haltung, „mein Herr, der Marquis, schickt nach Ihnen. Er lässt sich entschuldigen für seinen eiligen Aufbruch, er hofft, bei Ihnen nicht in Ungnade gefallen zu sein. Der Marquis bittet Sie, ihn in seinem bescheidenen Heim zu besuchen und ihm in den einsamen Stunden Gesellschaft zu leisten. Für den Fall, dass Mademoiselle sofort einwilligen sollten, steht die Kutsche bereit. Sie werden nichts benötigen, außer einem Mantel, es ist frisch in dieser Nacht. Ich persönlich,“ schloss der Lakai, „rate Ihnen zu einer baldigen Entscheidung, der Morgen dämmert bereits, schon bald wird es hell sein und dann ist es zu spät, um im Schutze der Nacht den Hof des Marquis zu erreichen.“
Mein Herz schlug fast hörbar laut, keinen Moment brauchte ich für diese Entscheidung, natürlich wollte ich dem Marquis den Gefallen tun, natürlich war auch mir bewusst, dass dies eine der wenigen Gelegenheiten eines Menschenlebens war, sich gegen Sitte und Anstand zu erheben, die Gesellschaftsformen zu vergessen und für einen kostbaren Moment der Zucht zu entfliehen, um einmal, ein einziges mal, zu tun, was ich wollte.
Ich nickte dem Lakai zu, verschwand vom Fenster, lief und holte meinen Mantel. Doch als ich zur Türe hinaus wollte, bemerkte ich, dass sie verschlossen war.
So lief ich denn erneut zum Fenster, winkte dem Lakai und flüstere ihm zu, dass ich den Raum nicht verlassen konnte. Der Lakai nickte dem Kutscher zu und beide stellten sich unter mein Fenster. Sie streckten mir ihre Arme entgegen, und ich kletterte auf den Fenstersims. Mir wurde bang, noch ein Blick zurück ins düstere Haus des Vormund, nichts gab es, das mich hier halten sollte. „Was geschieht mit Cécilia?“ flüsterte ich, mich noch an den Armaturen des Bettes haltend. „Es ist für sie gesorgt, Mademoiselle, haben Sie vertrauen. Der Marquis hat an alles gedacht.“ hörte ich die prompte Antwort seines Bediensteten.
Ich schloss meine Augen, nein, hier hielt mich nichts, und ließ mich hinab gleiten, in diese leere Schwärze, ins Ungewisse und in die Angst. Ich sprang aus meinem Fenster und wählte damit den Weg, den die Gattin des Vormund vor Jahren gewählt hatte, ihrem Leben zu entgehen, den Weg, den vor und nach ihr so viele genommen hatten.
Für den kurzen Augenblick einer Sekunde fühlte ich so fürchterliche Angst, dass mich dünkte mein Leben nun auch allzu früh zu verlassen, kaum dass es begonnen hatte, doch tatsächlich landete ich unsanft, aber sicher in den Armen der beiden Männer. „Wie gut, dass Sie nicht weiter oben wohnten, Madame.“ richtete nun der Kutscher ein erstes Wort an mich. „Ich hätte sonst ihrem werten Herrn Onkel einen gehörigen Schlag versetzen müssen.“ Ich erschrak und der Lakai schnalzte missbilligend mit der Zunge, woraufhin der Kutscher sofort verstummte und sich wieder auf den Kutschbock begab. Der Kutscher war ein grobschlächtiger Mann, dick und fleischig, seine Nase war rot vom Wein und Hände und Gesicht aufgedunsen. Er trug einen alten Mantel, den er vermutlich bereits seit 30 Jahren besaß – und wahrscheinlich auch seitdem nicht mehr gewaschen hatte.
Der Lakai hingegen hatte feinere Glieder, recht jung war er noch, aber eindeutig dem Kutscher überstellt.
Ich wurde in die Kabine der Kutsche gesetzt, der Lakai setzte sich mir gegenüber und die Kutsche fuhr an. Auf der gesamten Fahrt, die fast den ganzen Tag in Anspruch nahm, sprach der Lakai kein Wort mehr mit mir. Das letzte, das er sagte war, dass er kein weiteres Wort mehr mit mir sprechen dürfe, danach verstummte er. Er sah mich nicht einmal mehr an, es war, als sei er allein in der Kutsche. Ich dachte an den Marquis, mich faszinierte die Macht, die er über seine Bediensteten zu haben schien. Sicherlich hatte er verboten, mit mir zu sprechen, doch wie kam es, dass seine Untergebenen ihm gehorchten, obwohl er nicht anwesend war? Wie kam es, dass dieser Mann mit den gütigen Augen und dem offenen Lächeln nicht überprüfen musste, ob seine Diener ihm gehorchten, sondern er ganz freimütig davon ausging, dass sie es taten – und sie gehorchten, frei davon, dass jemand das hätte überprüfen können. Wieder wurde mir bang, immer wieder sah ich aus dem Fenster, ob wir vielleicht verfolgt würden, eingeholt von den Wachen, die sicherlich nach mir geschickt worden waren. Noch mehr aber als die Rache meines Onkel fürchtete ich in diesem Moment die fast fühlbare Macht des Herrn. Vielleicht war er sehr streng, vielleicht war er strenger als das, was ich bisher an Strenge kannte, vielleicht war er grausamer und kälter als ich es glauben konnte und vielleicht, ja vielleicht erwartete mich der Marquis gemeinsam mit meinem Vormund – wenn dies der Fall sein sollte, so würden sie mich hinrichten, dessen war ich gewiss. Mit all diesen Gedanken war ich allein, denn der Diener vor mir sah durch mich hindurch als sei ich aus Glas und der Kutscher saß oben auf dem Bock. Dieser hätte mir auch wenig Mut zusprechen können, hätte er vermutlich auch nicht verstanden, was in mir vorging.
Wir fuhren lange Zeit über Brücken und an Seen vorbei, durch Wald und Hirsefelder, Wiesen und Dörfer, ich sah Wege, die ich zuvor nie gesehen hatte, nach einer Weile hatte ich vollständig jede Orientierung verloren, weder wusste ich noch, wo ich mich befand, noch hätte ich den Weg nach Hause finden können. Nach vielen Stunden, die wir ohne Pause schweigend fuhren, bogen wir ab in ein Waldstück. Rechts und links des Weges waren turmhohe, glatte Felsen, die den Weg einsäumten, als sei es ein Gang eines gigantisch großen Schlosses. Der steil aufragende Berg ließ erahnen, wie tief es weiter herunter ging, das Dickicht des Unterholzes schien undurchdringlich und die Bäume waren durch ettliche Stürme windschief gewachsen. Schon oft musste ein Blitz hier eingeschlagen haben, viele Bäume waren gespalten, manche durch ein Unwetter entwurzelt, die Bäume waren knorrig und erinnerten in ihrer Grobheit ein wenig an den Kutscher, der die Pferde unermüdlich weiter in den tiefen Wald hinein peitschte.
Endlich, als fast schon die Abenddämmerung herauf zog, erreichten wir einen Landsitz, ein erhabenes Herrenhaus stand auf einer großen Lichtung des Waldes. Eine Mauer, die mit Efeu berankt war, umgab das Anwesen, das Tor, das zum Anwesen führte, war aus Kupfer, die geschwungenen, um sich selbst gedrehten Metallstäbe des Gitters wirkten ein wenig verspielt. Rechts und links vom Tor standen Bedienstete, ebenfalls in voller Livree, so wie der Diener, direkt vor mir. Wir hielten am Tor, er stieg aus und unterhielt sich durch das Gitter leise mit den anderen.
Schließlich öffneten sie das Tor und die Kutsche fuhr weiter. Der Diener ist nicht mehr eingestiegen.
Vor mir ragte nun das erhabene Haus auf, es war ein breites Anwesen, eindeutig mit Pferdeställen und im hinteren Bereich erkannte ich Ställe, vielleicht besaß der Herr einen eigenen Hof. Frauen und Männer liefen auf dem Anwesen umher, alle waren so gekleidet, dass ich gleich erkennen konnte, wer welche Aufgabe hier zu erfüllen hatte, einige Diener gab es, Stallburschen, Mägde, Zofen, Köche, Kammerdienerinnen, Botenjungen. Für einen Moment konnte ich kaum fassen, dass in einem einzigen Haus, für einen einzigen Herrn, ohne Weib und ohne Kinder so viele Menschen arbeiteten. Aber vielleicht irrte ich mich, vielleicht war er der Gatte einer Dame, vielleicht war er Vater vieler Kinder… doch hatte nicht sein Diener gesagt, ich solle ihm Gesellschaft leisten in einsamen Stunden? Weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht.
Die Kutsche hielt vor einem Haus, das vollständig aus Holz gebaut zu sein schien. Es hatte zwei Stockwerke und viele, große Fenster. Die Fenster waren eingefasst in rote Backsteine und wurden so ganz besonders betont. Das Haus an sich wirkte düster, durch das dunkle Holz, aus dem es war, nur unten, kurz vor dem Boden, war es ganz in grauen Stein gehüllt, als sei es ummantelt, damit es nachts nicht friert. Ich musste lächeln, als ich diesen Gedanken hatte, so ein Unsinn, ein Haus friert nicht. Die Steine am Boden sind entweder der Schmuck des Hauses oder sie erfüllen einen Zweck, den Regen vom Keller abzuhalten, vermutlich. Das Haus war sehr breit, ich zählte jeweils fünfzehn Fenster auf jeder Seite der großen Eingangstür, ein wenig neugierig war ich, was sich dahinter verbarg. Vor allem fragte ich mich, wer dort alles wohnte. Die Diener wohnten entweder bei den Ställen in kleineren Häusern oder im Keller des Anwesens, wo sich auch die Küche und Waschküche befanden.
Der Kutscher öffnete mir die Tür und reichte mir seine Hand, ich stieg aus und wurde zum ersten Mal gewahr, dass ich heute weder die Morgentoilette erledigt hatte, noch vollständig angezogen war. Ich hatte nur mein Nachtgewand an, darüber meinen Mantel. Es war ein schöner Mantel, er hatte einmal meiner Mutter gehört und nun nannte ich ihn den meinen. Er war aus rotem Samt, innen gefüttert mit hellem Kaninchenfell, dass an Ärmeln und Ausschnitt einen schönen Saum bildete. Fast erreichte der Mantel meine Knöchel, die Ärmel waren ebenfalls sehr lang, bald hätte ich meine Hände darin verstecken können. Bis auf diesen Mantel und eben mein Nachtgewand hatte ich nichts an. Ich stand barfuß auf dem steinigen Boden, die spitzen Kiesel des Weges bohrten sich tief ins zarte Fleisch meiner Fußsohlen. Meine Haare waren noch offen und ungekämmt, mein Gesicht vermutlich gerötet von der langen, anstrengenden Fahrt, ohne einen einzigen Tupfen Puder.
Ich wurde gewahr, dass ich nichts mitgenommen hatte, gar nichts, kein Bild, kein Andenken, nichts von meinem Erbe, das mir der Vormund bei meiner Heirat hätte geben sollen, kein Tagebuch, nicht einmal meine liebste Puppe, die ich seit meiner Kindheit stets bei mir trug.
Ich wurde gewahr, dass ich eine Fremde war, sehr allein in diesem Moment, eine Fremde ohne jedwede Identität, ohne Vergangenheit und wenn nun gleich mein Onkel gemeinsam mit dem Marquis aus der Tür treten würde, dann auch ohne jede Zukunft.
Zu meiner Überraschung trat eine Frau an mich heran, eine kleine Frau, sehr viel älter als ich, sie hätte vermutlich leicht meine Großmutter sein können, sehr rundlich, mit vielen Falten in ihrem kleinen, runden Gesicht.
Sie machte eine mürrische Handbewegung, die mich ihr zu folgen hieß und ich gehorchte. Wir umliefen das gesamte Haus, die Ställe und Hütten der Bediensteten, hinter dem Haus war ein See, der Weg führte uns an einem Sommerhäuschen vorbei, den See entlang, an einen Steg kamen wir und an ein Bootshaus, schließlich bog der Weg ein kleines Stück weit in den Wald ab und unter zierlichen Birken und hohen Kiefern, an einem kleinen Abhang stand ein Haus aus Stein. Das Haus hatte eine kleine, hölzerne Veranda, auf der eine Schaukel befestigt war und trat man ein, so fand man sich in einem kleinen Wohnraum wieder, ein Divan stand unter dem Fenster, von dem aus man einen wundervollen Blick auf den See hatte. Neben dem Divan stand ein kleiner, runder Tisch aus Bast, darauf eine Blumenvase mit betörend duftenden Wiesenblumen darin. Die seichten Wellen des Sees schlugen eintönig an die Felsen, man konnte es genau hören, selbst durch das geschlossene Fenster. Im Wohnraum befand sich noch ein kleiner Esstisch und zwei rot gepolsterte Stühle aus Holz, im hinteren Bereich des Wohnraum war eine Tür eingelassen, die zum Schlafzimmer führte.
Das Schlafzimmer war genauso groß wie der Wohnraum, aber das Fenster war erheblich kleiner.
Ein großer Kleiderschrank aus Rosenholz stand darin, er gab einen zarten Duft ab, kleine Rosen waren als Verziehrungen in die Türen des Schrankes geritzt.
Ein ebenso recht großes Bett stand in diesem Raum, es hätten gemütlich zwei Leute darin Schlaf gefunden, ohne sich zu berühren.
Das Bett stand an der Wand, es war selbst aus Holz, doch an den vier Bettpfosten und auch an der Wand waren Ringe aus Metall, ich meine, es sei Kupfer gewesen, eingelassen. Das Bettzeug war aus unschuldigem weiß, bestickt mit Rosen. Ein Nachttisch war noch im Zimmer, eine Waschschüssel und ein Krug.
Die Frau trat auf mich zu und streifte mir meinen Mantel ab, half mir aus dem Nachtgewande, nahm mich mit zum Waschtisch und begann mich mit einem harten, borstigen Schwamm und eiskaltem Wasser zu waschen. Ich zierte mich, doch der harte Griff der Frau vergab keinen Tropfen des eisigen Wassers.
Immer noch hatte sie – wie zuvor schon der Diener, der mich herbegleitet hatte – kein einziges Wort an mich gerichtet.
Nach einer Weile schien sie wohl zufrieden mit sich und mir, trocknete mich sorgfältig ab und setzte mich auf einen Stuhl, kämmte und flocht meine Haare und half mir dabei, ein weiteres Nachtkleid anzulegen, ebenso einen Hausmantel und Pantoffeln. Zu meiner Überraschung holte sie einen Ring aus ihrer Tasche, einen sehr großen Ring aus hartem, kalten Messing. Sie legte mir den Ring um den Hals, verschloss ihn aber nicht. Dann stellte sie sich vor mich, legte meinen Kopf in den Nacken und befestigte eine silberne Kette, die lang, dick und schwer herunter hing am Halsreif.
Noch einmal betrachtete sie mich, nickte, sagte einen Satz: „Der Herr wird Sie besuchen kommen, noch heute Abend.“ dann ging sie.
Ich lief zur Tür, ich wollte sie aufhalten, einerseits hatte ich viele Fragen, andererseits hatte ich inzwischen sehr großen Hunger und Durst. Doch bereits war die Frau verschwunden, ich getraute mich keinesfalls im Nachthemd und Hausmantel unter die Dienerschaft und nach ihr schreien wollte ich auch nicht. Also ergab ich mich dem Schicksal und erwartete den Marquis.
Ich ging zum Fenster und beobachtete lange Zeit die Wellen des kristallklaren Seewassers, ich sah die sich spiegelende Abendsonne und bewunderte ihr Farbenspiel.
Dann, als die Sonne ihr Spiel schon lange beendet hatte, sich der Abendstern am Himmel zeigte und die ersten Nachtigallen ihr Lied anstimmten, klopfte es an meiner Tür. Für den Moment erschrak ich, ich hatte nicht mehr daran geglaubt, noch besucht zu werden. In weiter Ferne ertönte ein dunkles Donnergrollen, ein Gewitter zog auf.
Der Herr trat ein, ich stand sofort vom Divan auf, knickste tief und lief zu ihm, ihm die Hand zu küssen, die er mir liebevoll darbot.
Hinter ihm stand der Lakai, der mich herbegleitet hatte, auch er trat ein, er hatte ein Tablett in der Hand, darauf stand eine Kanne heißer, dampfender Tee und eine Tasse, einige Scheiben Brot und süß duftender Honig.
Er stellte das Tablett auf dem Tischchen neben dem Divan ab, verneigte sich tief und ging.
Bis er fort war, sprach der Herr kein Wort, doch dann begrüßte er mich endlich und sagte seine ersten Sätze, die mich unsicher machten, mir Angst einflüsterten, doch die ich gleichzeitig so genoss, ein jedes einzelne Wort…
Ich fuhr mit meinen Fingern über den kalten Halsreif, ich spürte die Stelle am Hals, die nicht verschlossen war und ich umspielte einen Moment lang die Kette, die am Halsreif eingehakt war. Ich hörte ihr leises klirren, ich fühlte ihre Schwere, ihre Härte, ihre Kälte… und doch fühlte ich mich durch eben diese klirrende, schwere, harte, kalte Kette und den Reif verbunden mit dem Herrn.
Ich nahm noch einen großen Schluck vom heißen Tee und öffnete meine Augen wieder.
Vor mir sass der Herr auf einem Stuhl, er lächelte mich an, sah mir tief in die Augen und ich in seine.
Ich fasste Mut, sah noch einmal in seine Augen, sah aus dem Fenster, an das der Regen unbarmherzig prasselte, sah an die Kette, fühlte den Halsring und sagte so sicher, wie ich es nur konnte:
„Ich will bleiben, mein Herr und nicht wieder fort gehen. Bitte lösen Sie die Kette nicht, bitte halten Sie mich nicht ab, zu bleiben.“ und mit diesen Worten sank ich in eine Position die ich noch nie vorher inne gehabt hatte. Ich sank auf meine Knie, senkte demütig den Kopf und verschränkte meine zarten Arme hinter meinem geraden Rücken.Wie beiläufig hörte ich unerhörte Worte aus seinem Munde. „Ihr seid lüstern, es scheint, Madame, als sei es Eure Bestimmung – Euch dem richtigen hinzugeben, Devotion zu schenken,..ich erwartetete, auch nicht,“ fügte er mit einem Lächeln hinzu, „dass ihr die Kette entfernen lassen wolltet…. Madame,“ hob er an und seine Stimme klang hart und fest. „Ich werde Euch lehren, mir zu dienen. Ihr seid meine Untergebene. Ihr werdet das bleiben und ich werde Euch dafür achten. Ihr aber, Madame, Ihr werdet mich lieben, mich achten und ehren. Es wird der Sinn Eures Daseins sein, mir zu Willen zu sein, mir Gehorsam zu zollen, wann immer ich will, was auch immer ich von Euch verlange. Sei es, dass ich eines Tages sagen werde: Springt vom Dach, so werdet Ihr Euch verneigen als Zeichen, Eures freiwilligen Gehorsams, und zum Dach hinauf steigen, um dann, dort angekommen, ohne zu zögern zu springen.
Wann immer ich etwas von Euch verlange, so erwarte ich den tiefen Knicks, das Neigen Eures Hauptes, als Zeichen Eures Gehorsams. Danach habt Ihr Augenblicklich daran zu gehen, meinem Wunsch zu entsprechen. Ich werde niemals etwas befehlen. Ich äußere Wünsche. Ihr werdet mir jeden Erfüllen.
Ich werde Euch züchtigen, Madame, wann immer ich es für richtig halte werdet Ihr Prügel empfangen, die Euch läutert. Niemals werde ich eine Bitte um Aufschub oder Erlassen der Strafe akzeptieren, so unterlasst jedes Flehen, Ihr würdet in meinem Ansehen sinken. Ich selbst entscheide, wann es genug ist, ich selbst lasse Gnade vor Recht ergehen, ich allein bin es, der auf Euch acht gibt.
Nach der Strafe begebt Ihr Euch zuallererst mir zu Füßen, ich erwarte Euren Dank, ich erwarte, dass Ihr die Hand, die Euch geschlagen hat, küsst. Es wird mir nie leicht fallen, Euch zu züchtigen, wenn ich es tue, habe ich einen Grund, ich erwarte keinerlei Widerspruch.
Ich werde Euch niemals demütigen, Madame. Ihr werdet mir, weil Ihr es wollt, Demut zollen. Erhebt Ihr Euch über mich, Madame, werde ich Euch einmal, ein einziges Mal strafen. Tut Ihr es erneut, werde ich Euch gehen lassen, Madame. Ich bin frei davon, Euch zu zwingen, sich mir zu unterstellen. Ihr tut, was Ihr da tut, aus freien Stücken.
Ich werde Euch lehren, mir zu bedingungslos zu vertrauen, ich werde Euch lehren, mich als Herrn über Euch zu akzeptieren. Ich werde es sein, der Euch sagt, wann Ihr sprechen dürft – sage ich es nicht, habt Ihr zu schweigen. Ich werde Euch lehren, mich anzusehen, wann immer ich es will. Sage ich das nicht, hat Euer Blick auf meinen Füßen zu ruhen. Ich werde es sein, der Euch sagt wann und was, wo und sogar ob Ihr essen werdet, trinken, schlafen, stehen, gehen, baden oder dergleichen. Ihr werdet lernen, keine eigenen Wünsche, keine eigenen Bedürfnisse mehr zu haben, Ihr werdet lernen, ausschließlich zu meiner Freude zu leben, meinem Willen zu gehorchen und meine Wünsche zu erfüllen.
Ihr werdet hier in diesem Haus leben, Ihr werdet es nur verlassen, wenn es Euch gestattet ist, wenn ich es also wünsche. Unmittelbar hinter dem Haus ist der Abort. Da dürft Ihr stets hin, allerdings keinen Schritt weiter. Nicht an den See, nicht in den Wald und gänzlich verboten ist das Haupthaus für Euch. Sollte ich meine Meinung dazu ändern, werde ich es Euch wissen lassen. Unter dem Haus hier befindet sich ein Keller. In diesen werdet Ihr kommen, wenn ich glaube, eine Einschränkung Eurer Freiheit sei angebracht.
Nun seht mich an, Madame, das, was ich jetzt sage, werde ich nur ein einziges Mal sagen: Ich liebe Euch von ganzem Herzen. Ich bin stolz auf Euch, dass Ihr hierher gekommen seid und Euer altes Leben hinter Euch gelassen habt, gänzlich unwissend, was Euch erwartet. Ich respektiere Eure Hingabe an mich und ich bin zutiefst gerührt von Eurer Liebe zu mir.
Ich werde Euch heute Abend, jetzt, in den Arm nehmen und Euch halten, als Zeichen, dass Ihr all dem, was ich gesagt habe, zustimmt. Wenn ich Euch das Nächste Mal in den Arm nehme, werdet Ihr der Diamant geworden sein, zu dem ich Euch geschliffen habe. Bis dahin, Madame, werde ich Euch weder diese Worte, noch diese Geste je wiederholen.“Er öffnete seine Arme weit und wartete. Ich sah ihn an, seine Worte hallten noch in meinen Ohren nach. Mein Herz aber wurde warm, so stand ich auf und ich legte mich in seine Arme. Ich wußte, dass ich das richtige Tat, ich hatte auch Angst, aber seine Liebe zu mir und meine zu ihm bedeutete mir mehr als die Furcht vor dem, was kommen sollte. So gab ich mich ihm hin. Während ich in seinen Armen lag, streichelte und küsste er meinen Kopf, strich seicht über meine Wangen. Irgendwann flüsterte er: „Ich habe für Cécilia gesorgt. Auch sie ist hier, sicher auf meinem Anwesen. Sie hat keinesfalls eine ähnliche Stellung wie die Eure und ahnt auch von Eurer Position nichts. Ihr werdet sie wieder sehen, wenn ich es für angemessen halte.“ Ich lächelte, die Tränen traten mir in die Augen, ich wollte etwas sagen, doch dazu kam ich nicht mehr.
Der Herr nahm mich bei den Schultern und drückte mich von sich fort. Ich stand vor ihm und sah ihn an, schon im nächsten Augenblick flogen mir sechs Ohrfeigen ins Gesicht, noch etwas benommen torkelte ich hinter ihm her, als er mich am Handgelenk packte, zu einer Tür, die im Boden eingelassen war zog, diese öffnete und mit mir hinab in einen Kellerraum stieg. Der Boden war lehmig, die Wände aus Stein, ein Fenster gab es nicht und auch keine Beleuchtung, das Licht drang durch die Luke oben ein.
Der Herr nahm mich in eine Ecke des Kellers und ließ mich dort auf den Boden knien.
Eine weitere Ohrfeige bekam ich, dann drehte er mich zur Wand, band mir die Hände hinter meinen Rücken an meine Fußknöchel und ließ mich allein. Ich hörte noch wie die Falltür zuging, die Haustür oben ins Schloss fiel und mich umgab eine schwarze Stille.

mon compliment – ein famoser beginn. doch sagt, hbt ihr je daran gedacht, zur untermalung der geschichte oder aber der seite, auch erotische fotos zu verwenden?
Euer Marquis
Also meine Liebe, diese Geschichte erinnert mich doch sehr an ein reales Geschehen. Und die ist weder geil noch lustig!
Was sagst Du dazu?
DRAMA VON AMSTETTEN
Fritzl gab sich am Telefon als seine Tochter aus
Telefonanruf mit verstellter Stimme, fingierte Briefe, ein schalldichtes Verlies für seine Gefangenen: Keine Tricks ließ Josef Fritzl aus, um sein Verbrechen auszuführen. Selbst erfahrene Ermittler sind erschüttert – es scheint, als sei der 73-Jährige stolz auf seine Cleverness.
Der Begriff „kriminelle Energie“ bekommt eine neue Dimension, wenn man sich die perfiden Tricks und Methoden anschaut, mit denen Josef Fritzl sein ungeheures Verbrechen durchführte, seine Spuren verwischte.
Josef Fritzl hatte die Gefangennahme seiner Tochter Elisabeth, die er 24 Jahre im Kellerverlies einkerkerte, perfekt eingefädelt – und gratulierte sich selbst nach seiner Festnahme dazu, wie er alle ausgetrickst habe:
Drei der mit seiner eigenen Tochter gezeugten Kinder legt Fritzl im Lauf der Jahre bei sich vor die Haustür, gaukelt dann seinem Umfeld vor, die vermeintlich von zu Hause durchgebrannte Elisabeth, die in die Hände einer Sekte geraten sei, habe sich der Babys entledigen wollen.
Damit diese List noch authentischer wirkt, ruft er selbst an einem Herbsttag im Jahr 1994 seine Frau Rosemarie an. Mit verstellter Stimme spricht er in den Hörer: „Ich bin’s. Sei mir bitte nicht böse. Ich kann dir aber leider nicht sagen, wo ich bin. Bitte kümmert euch um mein Baby. Ich hab’s euch gerade vor die Tür gelegt.“ Klick. Ohne dass die Mutter weitere Fragen stellen kann, ist die Leitung tot.
Rosemarie Fritzl hat die Stimme ihrer Tochter zu diesem Zeitpunkt seit mehr als zehn Jahren nicht gehört. Das Gespräch ist zu kurz, um die Stimme genau zu hören – außerdem ist die damals 55-Jährige auf den Anruf nicht vorbereitet. Stutzig wird Rosemarie Fritzl trotzdem. Der neue Telefonanschluss ist erst wenige Tage alt. Woher hat die verschollene Tochter auf einmal diese Nummer?
Tatsächlich liegt vor der Tür ein Baby. Rosemarie und Josef Fritzl melden das der Polizei – und Rosemarie Fritzl betont auf dem Revier, dass die Stimme „irgendwie merkwürdig“ klang und dass ihr Anschluss „ganz neu“ sei. Die Polizei legt einen Aktenvermerk an.
Selbstsicher habe Josef Fritzl dieses Detail in seinem sonst spärlichen Geständnis am Montag betont, sagt Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, SPIEGEL ONLINE. „Er war sehr stolz darauf, wie ausgefuchst er ist.“
Nun, ich bin gespannt ob Du diesen Beitrag löschst oder wie Du damit umgehst.
Dir hat die Geschichte nicht gefallen – es ist Dein gutes Recht, eine Geschichte nicht zu mögen.
Es gibt leider auf der Welt kranke Menschen und perverse. Es gibt Verbrecher und es gibt sehr böse Männer wie Frauen, die Schutzbefohlenen schreckliche Dinge antun.
In meiner Geschichte geht es weder um Inzest, noch um die unfreiwillige Gefangennahme eines Kindes oder dergleichen.
Hier die Geschichte eines Verbrechers anzuführen, der das Leben seiner Tochter auf dem Gewissen hat, der mit dieser eigene Kinder zeugte und deren Leben ebenfalls für immer ruiniert hat, ist völlig fehl am Platze.
Ich habe mir diese Geschichte ausgedacht, frei erfunden und ich fand und finde sie schön – als Geschichte zum lesen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Dienerin